So ist es halt... Wir sehen es immer in Filmen - das klassische Dilemma: Liebe oder Arbeit? Ich habe immer für Liebe geworben, aber in letzter Zeit wurde mir klar, dass die Menschen mit denen ich zusammen war, ihr Leben führten ohne ihre Pläne auf die Bedürfnisse des Partners abzustimmen. Ich war immer einer von denen, die sich an die andere Person "anpassen" konnte, das stimmt. Aber ich habe es nie als "Aufopferung" oder so wahrgenommen. In jedem Fall, auch wenn man nicht will, sucht man immer nach etwas Anerkennung für die "Anstrengung" die man gemacht hat, oder?

Nun, die Tatsache eine Person an die erste Stelle zu setzen ist alles andere als selbstverständlich. Gestern hat mich meine Freundin nach zwei Jahren (oder, wie sie sagen würde: nach vier Semestern) verlassen. Das waren die Semester nach dem Ende ihrer Doktorarbeit. Ich bin damals für sie umgezogen, ich tauschte Stadt und Land um bei ihr zu sein. Ich liebte sie und sie schien glücklich zu sein. Aber vor zwei Wochen wurde ihr eine Stelle als Forscherin in Washington angeboten und sie akzeptierte ohne zu zögern.

Meine Nationalität erlaubt es mir nicht, in die Vereinigten Staaten einzureisen, und sie wusste es. Durch die Blume ließ sich mich wissen, dass unsere Beziehung mittelfristig keine Chance mehr hätte. Sie ist gestern umgezogen. Ich kann nicht einmal meine Miete für mich selbst bezahlen und wohne jetzt günstig bei einer alten Frau zur Untermiete. Ich habe hier auch keine richtigen Freunde, nur Bekannte mit denen ich über mein Gefühlsleben nicht direkt sprechen kann.



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