Ich öffnete die Tür meines Hauses, um wie immer samstags nach der Zeitung zu greifen. Aber direkt vor meiner Tür war ein Hund. Ein Hund, der da saß und scheinbar auf mich gewartet hatte. Es war schmutzig, aber es war kein streunender Hund - er hatte ein Halsband. Ich drehte mich um, um nachzusehen ob jemand mit einer Leine in der Hand in der Nähe war. Aber niemand war da. Der Hund starrte mich weiterhin an, er bewegte sich nicht. Er schien erwartungsvoll, als wenn er auf etwas wartete, einen Befehl vielleicht, oder eine Bewegung... vielleicht erwartete er, dass ich ihn mit seinem mir unbekannten Namen anspreche. Da mir in dem Moment nichts besseres einfiel, nahm ich meine Zeitung und schloss die Tür. Als ich wieder in der Küche war klopfte der Hund wieder an die Tür. Er klang gar nicht wie ein Hund, man hörte kein Kratzen von Krallen und Pfoten an der Tür, es klang mehr so als wenn er mit seiner Schnauze oder dem Kopf an die Tür klopfen würde

Ich ging also zur Tür zurück , nur stand diesmal kein Hund sondern ein Frau vor der Tür. Sie war jung, um die fünfundzwanzig Jahre alt, und sie muss gemerkt haben, dass ich sie verwundert ansah. Sie fragte mich: "Geht es dir gut?", "Ja", antwortete ich. Und es stimmte, mir ging es super. Ich hatte sie angeschaut und es war Liebe auf den ersten Blick, wie etwas aus einem Film, nur dass es mir passierte. Sie war auf der Suche nach ihrem Hund, und sie beschrieb mir genau denselben schmutzigen Hund mit dem Halsband, der nur Minuten zuvor vor meiner Haustür gestanden hatte. Ich sagte ihr, sie würde ihn bestimmt sofort wiederfinden, ich hatte ihn ja schliesslich gerade erst gesehen. Ihre Augen leuchteten hoffnungsvoll und sie erzählte mir sie sei nicht aus dieser Gegend, sondern mit ihrem Auto aus einem benachbarten Bezirk. Der Hund hiess Johnny und sie wusste dass es ein gutes Stück von ihrem Haus entfernt war. Er war schon seit zwei Wochen weg und sie hatte jede Nachbarschaft in der ganzen Stadt abgesucht. Wir hatten noch ein bisschen gequatscht und später als ich in mein Zimmer ging, sah ich Johnny auf meinem Bett. Ich hab keine Ahnung wieso und wie er da rein gekommen war, aber er war da. Ich rief das Mädchen an (sie hatte mir ihre Handynummer gegeben für den Fall dass ich Johnny wieder sehen würde) und sie holte ihren schmutzigen Hund mit dem Halsband ab. Dann gingen wir alle ein Eis essen.


Lade Dir die kostenlose Geheimness-App für dein Smartphone und kommentiere den Beitrag!


Beitrag
1