Diejenigen von euch, die einen Hund haben, kennen sicher den Schreck den man bekommt, wenn dieser plötzlich unangeleint losrennt. Vor allem an einer Straße. Nun, mein Hund hat mir vor einiger Zeit einen ähnlichen Schrecken eingejagt. Ich war vor ein paar Wochen über die Ferien bei meinen Großeltern auf dem Lande zu Besuch, und hatte meinen Hund natürlich mitgenommen. Er ist an sich eigentlich sehr wohlerzogen, er hat jedoch immer ein Disziplinproblem gehabt: wenn er eine interessante Spur gewittert hatte war er nicht davon abzuhalten, dieser zu folgen. Eines Abends lief ich mit ihm die letzte Gassi-Runde des Tages; bei meinen Grosseltern fuhren so selten Autos, dass ich keine Leine mitnahm. Ich hatte vor, eine kurze Runde am Waldrand zu laufen und danach über das Feld wieder nach Hause zu gehen. Als wir schon fast wieder am Haus waren lief plötzlich ein Hase vom Feld vor uns auf die Straße. Sobald er uns sah erschreckte er sich und lief geradewegs in den Wald, mein Hund hinterher. Ich verfluchte mich dafür ihn nicht angebunden zu haben und rief nach ihm, bekam aber wie erwartet keine Antwort. Mir blieb also nichts anderes übrig als ihm hinterherzulaufen. Nach wenigen Minuten schon bereute ich diese Entscheidung, da es langsam dämmerte und im Wald immer dunkler wurde. Ein unangenehmes Gefühl beschlich mich, ich fand den Wald im Dunkeln schon ziemlich unheimlich. Ich rief etwa eine halbe Stunde lang nach meinem Hund, ohne ein Ergebnis, also beschloss ich zurückzugehen und zu warten bis er den Weg allein finden würde.


Nach einiger Zeit wurde mir aber klar, dass ich nicht mehr wirklich wusste aus welcher Richtung ich gekommen war. Ich merkte, wie ich immer panischer wurde. Auf einmal sah ich etwas, was wie ein Stuhl aussah. Ich dachte ich seh nicht richtig, Mitten im Wald? Ich lief weiter, irgendwie fand ich das noch unheimlicher und es ergab für mich überhaupt keinen Sinn, also wollte ich so schnell wie möglich weg von da. Ich kam an noch einem Stuhl vorbei, und an noch einem und noch einem bis ich plötzlich eine riesige Ansammlung von kaputten Stühlen vor mir hatte. Den meisten fehlte entweder die Lehne oder ein Bein, aber was noch komischer war als eine Menge Stühle mitten im Wald war dass sie alle in einem Halbkreis angeordnet waren. Ich bekam eine Gänsehaut und mein Herz sank mir in die Hose, als ich sah, was in der Mitte des Halbkreises lag: Zwischen Ästen und heruntergefallenen Blättern lagen unzählige herausgerissene Seiten aus Zeitschriften, auf denen Leute abgebildet waren. Manche erkannte ich als berühmte Schauspieler oder Sänger wieder, andere hatte ich nie gesehen. Bei allen waren die Augen sorgfältig mit einer Schere herausgeschnitten.Zwischen dem ganzen lagen Reste von abgebrannten Kerzen und geöffnete Bierdosen.


Es war so ein gruseliger Moment, dass ich dachte, ich wäre in einem Film oder in einem Traum. Ich konnte mich nicht mehr zusammenreissen und fing an zu schreien. Ich rannte los und lief weiter bis ich über eine Wurzel oder einen Ast am Boden stolperte und heulend liegenblieb. Da hörte ich plötzlich Geräusche hinter mir im Wald, etwas was sich schnell in meine Richtung bewegte. Ich schrie laut auf und versuchte hastig aufzustehen, da überfiel mich etwas pelziges. Mein Hund. Jetzt heulte ich nicht mehr vor Angst sondern vor Erleichterung. Ich hielt ihn fest und sobald ich mich etwas beruhigt hatte ließ ich mich von ihm wieder aus dem Wald auf die Straße führen. Seit ich das Haus verlassen hatte waren um die 3 Stunden vergangen, meine Großeltern hatten schon die örtliche Polizei alarmiert und es wurde nach mir gesucht. Ich brauche wohl kaum zu sagen dass ich den Wald nach dieser Erfahrung nicht mehr betreten werde.



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