Horror-Fahrt nach Hamburg

Ich fahre auf Grund meiner Arbeit oft sehr lange Strecken, manchmal sogar mehrmals die Woche. Ab und zu nehme ich auch Anhalter mit, meistens sind das Studenten, die um zu sparen nicht mit dem Zug oder dem Bus fahren und stattdessen lieber trampen. Einmal jedoch habe ich eine total schlechte Erfahrung gemacht und auch wenn mir eigentlich nichts passiert ist habe ich seitdem kein einziges Mal mehr jemanden mitgenommen, den ich nicht kannte. Es war Winter und es war schon spät, als ich gerade aus Berlin hinaus auf die Autobahn fuhr und am Straßenrand einen Typ mit einem Rücksack sah, der aussah wie ein Student.

Es hatte gerade wieder angefangen zu schneien, also hab ich Mitleid bekommen und ich habe ihm gesagt, wo ich hinfahren würde und dass er gerne ein Stück mitfahren könne. Er bedankte sich und stieg ein. Er war sehr leise und obwohl ich ein paar Mal versuchte ein Gespräch anzufangen, ging er nie richtig darauf ein. Es war ein bisschen komisch: normalerweise wollen Tramper immer gerne quatschen, aber ich dachte mir er sei vielleicht einfach nur müde und wolle schlafen. Ich sagte also nichts mehr und machte das Radio aus. Nach etwa einer halben Stunde nickte er auch ein.

Jetzt, wo er eingeschlafen war schaute ich ihn mir nochmal genauer an. Ich bemerkte, dass sein Schal und seine Jacke irgendwie komische Flecken hatten. Als ein Auto mit hellen Scheinwerfern uns überholte, konnte ich sehen, dass diese Flecken rot waren und aussahen wie Blut. Ich erschreckte mich und dachte erst, er sei verletzt und war deshalb so müde. Mein nächster Gedanke: "Oh mein Gott schläft er jetzt oder ist er vielleicht tot?" In dem Moment fuhr ein weiteres Auto an mir vorbei und ich sah, dass etwas aus seiner Jackentasche ragte, was so aussah wie ein Messergriff aus Holz.

Jetzt hatte ich richtig Panik!! Ich wollte ihn auf keinen Fall aufwecken und versuchte mich so ruhig wie möglich zu verhalten. Dann sah ich ein Schild auf welchem stand, dass wir in 10 km an einer Tankstelle vorbeifahren würden. Ich beschloss abzubiegen und an der Tankstelle zu parken. Sobald der Wagen hielt, hielt ich die Luft an und wartete, ob das Stoppen des Autos ihn vielleicht geweckt hatte: zum Glück schlief er noch, oder er tat zumindest so. Anderenfalls wäre ich sicherlich Hals über Kopf weggerannt. Ich stieg aus, bewegte mich zielstrebig in Richtung Tankstelle und sagte dem Mann hinter der Kasse, er solle die Polizei rufen.

Eine Viertelstunde später traf die Polizei dann endlich ein und als ich sie zu meinem Auto brachte, schlief der Mann noch immer. Die Polizei holte ihn raus und stellte schnell fest, dass der Typ ein Obdachloser war! Das Blut war Dreck gemischt mit seinem eigenen Blut und das Messer war sein Werkzeug um Sachen zu öffnen. Das war mir natürlich peinlich aber die Polizeit meinte, ich hätte richtig gehandelt. Ich war erleichtert, denn hier bin ich wirklich mit dem Schrecken davon gekommen und hatte das nach ein paar Tagen dann auch gut verdaut. Bei dem Obdachlosen habe ich mich entschuldigt und ihm angeboten, dass er selbstverständlich weiter mitfahren könne ..aber ich war insgeheim froh, dass er dankend ablehnte.


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