Melonen im Eisladen

Vor langer Zeit, als ich zu der üblichen Eisdiele ging, die ich immer nach dem Mittagessen besuchte, wurde ich positiv überrascht. Anstelle der unfreundlichen alten Barista, die mich normalerweise bediente, servierte ein schönes und üppiges Mädchen das leckere Eis. So üppig, dass jedes Mal, wenn sie das Eis servieren wollte und sich danach beugte, ihre Melonen die ersten beiden Reihen der Eiscremediele streiften.

In diesen ersten Reihen, wo ihre Brüste das noch tiefgefrorene Eis berührten, befand sich der Pistazien- und Erdbeergeschmack, so dass der weiße Hintergrund ihrer Barista-Uniform ganz und gar unfreiwillig die Farben der italienischen Flagge komplettierte. Ein glücklicher Zufall, da sie selbst Italienerin war. Abgesehen davon, dass sie Italienerin war, war sie auch jung und arrogant wie all jene Italienerinnen die wissen, dass sie schön sind. 

Nun war ich so überrascht, diese schöne Barista an der Stelle der unfreundlichen alten Frau zu sehen, dass ich nicht nach dem üblichen Eis, sondern nach einem Espresso fragte. Ich weiss eigentlich nicht wieso. Vielleicht schüchterte ihre Schönheit mich ein und vor dem patriotischen Anblick ihrer Melonen entschied ich rein spontan einen Espresso zu ordern. 

Später, nachdem sie mir die kleine Tasse reichte und ich die braune Flüssigkeit probierte, war mir danach mich zu übergeben. Der Besitzer des Eisdiele bemerkte meine Reaktion von der anderen Seite der Bar. Er kannte mich und wusste, dass ich ein vertrauenswürdiger Kunde (Stammkunde und Italiener) war, also fragte er: "Alles gut bei Dir? Wie ist der Kaffee?" 

Ich antwortete: "Gut", denn wenn ich etwas anderes geantwortet hätte wäre vielleicht etwas passiert, dass ich auf alle Fälle vermeiden wollte. Aber der Espresso war eine Katastrophe. Das Gesöff war ungenießbar: er war sehr schlecht. Also nahm der Besitzer, ohne um Erlaubnis zu fragen, die kleine Tasse, probierte es und spuckte es aus, als ob es verpesteter Schleim wäre. 

Am nächsten Tag kam ich zurück und die üppige Barista war weg, ich habe sie auch danach nie wieder gesehen. 


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