Emotionen.

22.11.2021

Emotionen.

Ein grauer Herbst Tag. Der Wind fegt durch die Bäume, die Blätter wirbeln auf den Boden. Ein Mann sitzt in einer Grünanlage, mit einem schmalen Weg, auf einer Parkbank. Er hat seine Arme verschränkt und blickt Star geradeaus. Viele Menschen laufen auf dem Weg, von rechts nach links und von links nach rechts. Schreiende Kinder rennen kreuz und quer, klingelnde Fahrräder fahren an ihm vorbei, aber er verzieht keine Miene. Leer sieht sein Blick aus. Es sieht so aus als wäre er einsam. Aber er strahlt eine Wärme aus, die es einsam wirken lässt. Deswegen ist er vielleicht nur allein, oder ein bisschen was aus beidem. Lange sitzt er dort, man weiß nicht wirklich was er denkt oder fühlt.

Er ist sehr verschlossen. Ein Kind saß an einem Baum und beobachtete den Mann. Er schaut weiterhin nur geradeaus. Plötzlich kommt die Sonne raus, es wird für kurze Zeit ganz warm. Der Herr fängt an zu grinsen. Er breitet seine Arme aus und schaut um sich. Da kommt das Kind zu ihm und sprach: ,,Jetzt siehst du nicht mehr so grimmig aus, wie zuvor.“ Der Herr fing an zu lachen und erwiderte: „Ich war nie grimmig, ich habe nur meine innere Ruhe genossen und meine Ängste mit den Blättern verwehen lassen.“ Das Kind war ganz verwirrt, weil der Mann hatte ja in der ganzen Zeit nicht gelacht oder sich bewegt. Der Mann erkläre dem Kind: „Nur weil man nicht lacht, ist man nicht grimmig oder traurig und andersrum genauso. Also, wenn man lacht muss man nicht glücklich sein. Ja es ist ein Phänomen, warum drückt man die wahren Emotionen nicht aus wie sie einem gerade erscheinen…, weil man älter wird, man lernt mit der Zeit dazu. Man lernt, mit seinen Emotionen immer mehr umzugehen und trägt nicht mehr alles nach außen.“

Der Mann war mehr als entschlossen und das Kind hatte große Augen und hörte ihm zu. Dann entstand eine Pause, das Kind und der Mann sitzen auf der Bank und schauen in die Ferne. Es wird ganz ruhig, alles um ihnen herum schwindet. Es fühlte sich so an, als gäbe es nur die beiden auf dieser Bank. Das Kind machte den Eindruck, als würde es den Mann langsam verstehen. Weil auch das Kind, nur noch in die Ferne starrt, sich nicht mehr bewegt und einfach nur da ist, mit dem Mann. Irgendwann wurde es wieder grau, die Sonne verschwand und die Blätter wirbelten schneller auf den Boden. Da fing das Kind auf einmal an zu weinen. Der Mann schaute auf und legte seinen Arm um die Schulter. Er sagt nichts. „Warum fragst du mich nicht, warum ich weine?“ schluchzte das Kind. Der Herr sagte: „Du wirst es mir schon erzählen, wenn du dafür bereit bist! Ich bin für dich da, auch wenn wir uns nicht kennen, sind wir uns ganz nah.“ Das Kind ist beeindruckt. „Meine Mama fragt mich oft, wenn ich weine, was los ist, ich muss ständig antworten. Ich habe nie diese Ruhe.

Kann nicht allein sein, niemand kann so etwas wie du- einfach da sein! Ich verstehe diese Erwachsenen nicht.“ „Ja manchmal ist es gar nicht so einfach, man sorgt sich um einen und versucht für den geliebten Menschen alles zu tun, damit es demjenigen gut geht! Aber manchmal braucht man das nicht. Nur wir Erwachsenen können dies nicht mehr unterscheiden.“ Das Kind war überrascht, für seine Zustimmung. Es hat sich noch nie so verstanden gefühlt, wie an diesem heutigen Tag. Sein Herz wird warm und es kuschelt sich an den Mann. Voller Zufriedenheit. Auch in dem Herren sieht man eine Vollkommenheit, es scheint so als hätte er gerade etwas gelernt ohne das er es ausgesprochen hat, ohne das man weiß, was er gelernt haben soll. Die beiden sitzen noch lange zusammen auf der Parkbank und schauen in die Ferne.

Auf einer Parkbank, wo es so laut ist, dass man dennoch seine Ruhe finden kann. Seine Emotionen ausdrücken kann, ohne etwas zu sagen. Es scheint so als hätten sie beide ein Geschenk bekommen. Und dies war der heutige Tag. Der graue Herbsttag, in einer Grünanlage. Auf einer Parkbank.


Dies ist eine Kollaboration von Geheimness.de und ich.weisses.nicht

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